8. November
Agdz - M'Hamid
Eine Wüstenfahrt nach M'Hamid steht an. Man muss wissen, dass diese Wüstengegend erst vor einigen Jahren für den Tourismus zugängig gemacht worden ist. Es gab eine Grenze, die Touristen nicht passieren durften.
Damals erhoffte man sich viele Touristen, die nach M'Hamid kommen würden. Die Realität sah anders aus. Es sind dort unzählige Hotels und Camps entstanden, die leider um ihre Gäste bangen müssen.
Hier findet man Ruhe und Entspannung und ein einzigartiges Wüstenerlebnis.
Es gibt in den Hotels und Camps viele Angebote; zu traumhaften Oasen zu fahren oder in Nomadenzelten zu übernachten.
Wir passieren auf einer nagelneuen Straße Tamegroute in der es eine mittelalterliche Keramikproduktion gibt, die wir aber erst später besichtigen werden.
Weiter geht die Fahrt immer weiter hinein in die Wüstengegenden. Wir überwinden zwei Gebirgszüge und viele Queds.
Wir passieren Tagounite, die letzte größere Stadt, ehe wir in die Sandwüste von M'Hamid starten. Hier beginnt der Sand der großen Wüste, der grössere Teil dieser Wüste liegt in Algerien.
Unser Camp liegt wunderschön, aber bei der Einfahrt haben einige Probleme, weil die Palmen nicht zurückgeschnitten wurden und die Womos verkratzen.
Wir haben einen schönen Platz und richten uns gemütlich ein.
9. November
M'Hamid
Wir starten nach dem Frühstück in Richtung Bounou, einem einsamen Dorf an der algerischen Grenze. Hier werden oft Filmszenen in der 800-jährigen Lehm Burg gedreht. Einst lebten hier viele Familien darin und heute sind es nur noch wenige, die auf engstem Raum hier hausen. Die Kasbah hat nur oben in den Zimmern Öffnungen, denn mit über 50 Grad in den Sommermonaten wird es hier zum Leben sehr warm. Deshalb gibt es keine seitlichen Fenster.
Wir haben Glück, denn eine junge Frau zeigt uns ihr Zuhause. Wir werfen einen Blick in die Küche mit einem alten Lehmofen in dem sie für uns Fladen zubereitet.
Wir werden mit Tee bewirtet, und dürfen bei ihr im "Wohnzimmer" sitzen. Sie zeigt uns selbstgemachte Tücher und Kleider - in der Hoffnung etwas verkaufen zu können. Die schönen Sachen mit den kräftigen Farben sind schnell weg.
Gleich hinter dem alten Lehmbau sehen wir das große Flussbett des Flusses Dra, der selten Wasser führt. Auf dem Rückweg laufen wir über einen Friedhof bei dem das Flusswasser die Knochen freigelegt hat - ein schauriger Anblick!!!
Die Grenze zu Algerien befindet sich im Abstand von ca. 25 km hinter dem Fluss.
Am Nachmittag sind wir im Café "Fata Morgana" bei Ali zu Kaffee und Kuchen eingeladen - war sehr lecker!! Beim Kasbah-Hotel das gleich bei unserem Camp liegt darf Wolfi und ich unseren Gwunder stillen und wir werden durch die verschiedenen Zimmer geführt - sogar ein Pool ist mitdabei, den wir benutzen dürfen - schade bleiben wir nicht länger hier.....
Auf dem Weg zur Dusche kommen mir vier Welpen freudig entgegen. Die Freude ist gross auf beiden Seiten. Die Mutter besucht uns jeden Tag und legt sich vor unser Womo.
Vor unserer Weiterfahrt koche ich für sie Mais mit Schinken und sie stürzen sich gierig auf das warme Essen.
10. November
M'Hamid
Ruhetag in der Wüste
Jeder geniesst die Stille auf seine Art......
Wir waren jetzt viel unterwegs und mal nicht Fahren sondern einfach im Liegestuhl das Erlebte Revue passieren lassen tut gut. Wir kochen heute unsere erste Pizza auf dem Grill - war recht gut, aber der Pizzastein ist zu gross, denn der Deckel kann nicht geschlossen werden. Ein feiner Kuchen rundet den Tag ab......
11. November
M'Hamid - Observatorium
Wir lassen uns heute Zeit und fahren erst 10 Uhr in Richtung des Observatoriums. Es sind nur wenige Kilometer, die wir heute unter die Räder nehmen.
Wir besuchen die erste private Sternwarte in Nordafrika, die kombiniert mit einem Kasbah Hotel heute auf uns wartet.
Noch mal genießen wir das Wüstenfeeling der Sahara.
Ein Souk ist für uns Europäer ein großes Erlebnis. Hier wird nicht nur frisches Obst und Gemüse der Einheimischen angeboten, sondern die Handwerker der Umgebung bieten ihre Produkte an. Tischler, Schuhmacher, Schneider etc. sind vor Ort. Gewürzehändler sind natürlich immer anwesend. Diese Gewürze haben eine kräftigere Würzkraft als die, die wir von Europa kennen.
Nach dem Besuch des Souks fahren wir in Richtung „Sahara Sky“, einem Wüstenhotel und Observatorium im traditionellen Stil dieser Region gebaut. Im Jahre 1998 wurde das Kasbah Hotel in der Sahara Landschaft, mit einem unerwarteten Komfort an Luxus eröffnet. Inspiriert von dem dunklen und kristallklaren Sahara Himmel, wurde Sahara Sky, die erste private Sternwarte in Nordafrika installiert und mit modernsten GPS Teleskopen ausgestattet. Die Gäste, meistens erfahrene Astronomen aus aller Welt erfreuen sich an 300 Tage im Jahr an klaren, wolkenlosen Nächten ohne jegliche Lichtverschmutzung.
Wir werden von Patrick, einen Belgier empfangen. Er ist hier seit Jahren angestellt und der Spezialist für die Himmelsbeobachtung. Erst etwas später können wir den Chef und Inhaber des Hauses, Fritz Koring begrüßen.
Wir richten uns gemütlich auf dem Gelände ein und genießen die wärmenden Sonnenstrahlen. Jeannot backt für uns das versprochene Körnerbrot, dass wir aber erst zum z'Morge probieren können. Das Nachtessen steht nun auch schon bald bereit und jeder macht sich schick.
Als Vorspeise eine traditionelle Bohnensuppe. Anders als wir diese kennen. Man nehme getrocknete dunkle Bohnen und mahle diese zu einem Mehl. Damit wird nun diese Suppe gekocht, kräftig mit Koriander gewürzt. Sehr gewöhnungsbedürftig......mir hat sie gar nicht geschmeckt. Die Tajine war sehr lecker, sowie auch der Dessert, garniert mit Granatapfel.
Nach dem Essen, es ist nun schon dunkel geworden, begeben wir uns auf die Terrasse um mit Patrick in die Sterne zu schauen.
Durch mächtige Teleskope können wir den Mond und div. Sternbilder anschauen - gigantisch!!
Es ist schon beeindruckend, was man durch die Vergrößerungen alles sieht.
12. November
Observatorium - Zagora / DraTal
Wir nehmen Abschied vom Stellplatz am Kasbah Hotel & Observatorium „Sahara Sky“ und fahren auf Wüstenwegen gemächlich in Richtung Zagora.
Unterwegs besuchen wir eine mittelalterliche Töpferei was mich natürlich brennend interessiert. Leider sind viele der ausgestellten Stücke nicht sorgfälltig bemalt und haben Schäden. Der Brennofen wird mit verdörrten Palmwedeln beheizt und es erstaunt mich, dass diese eine Hitze um 1000 Grad erreichen. Die Töpfer stehen zum Drehen in vertieften Erdlöchern, was für den Rücken äusserst angenehm ist.
Weiter gehts....... mitte Stadt kommt uns am Strassenrand Ute und Andreas entgegen, die ihr Womo noch nicht erreicht haben und im Konvoi die letzten waren - ohä...... natürlich halten wir alle wieder an und warten auf die Vergessenen.....
Sehr schön, am Dra-Ufer in einer Dattelpalmenoase gelegen, befindet sich Zagora. Ein dichter Palmengürtel säumt den schmalen Streifen landwirtschaftlicher Nutzfläche mit Mandel-, Aprikosen- und Ölbaumkulturen.
Bald erreichen wir unseren Camp und richten uns für 3 Tage ein.
Wir haben heute wieder einen Schaden an unserem Womo festgestellt. Einen Knick nach aussen - neiiiiiin nicht schon wieder. Nun beginnt die Odysse schon wieder........
13. November
Zagora
Heute ist ein Ruhetag angesagt
Ruhetage ermöglichen das Erlebte zu ordnen, notwendige Dinge zu tun und auch die nähere Umgebung zu erkunden.
Es wird vor allem Wäsche gewaschen. Immerhin treiben wir uns seit Tagen, wenn nicht gar Wochen in Wüstengegenden herum - das bedeutet Staub und Sand......
Morgen werden wir diesen großen und bunten Souk besuchen.
14. November
Zagora
Wir besuchen heute den Souk - das ist immer wieder ein Erlebnis. Am Abend kommen Musiker aus Zagora - wir sind gespannt.
Der Souk von Zagora ist wegen seiner Vielfalt sehr bekannt und bei Touristen beliebt. Der Souk ist nun etwas außerhalb verlegt worden und man hat das Gefühl, dass ganz Zagora auf den Beinen ist, wenn er mittwochs und sonntags morgens seine Tore öffnet. Auch wir sind zu Fuss unterwegs und werden von Eselkarren und Mopeds überholt. Im Souk wird alles angeboten: von Haushaltgegenständen, Schuhen, Gewürze, Gemüse und Früchte in grosser Auswahl - ja sogar Ziegen und Schafe werden direkt hier frisch geschlachtet - nichts für zarte Gemüter.
Es gibt in Marokko 25 verschiedene Dattelsorten und wir dürfen probieren, bevor wir uns zum Kauf entschliessen. Bananen schmecken hier ganz anders als in Europa, sind sie doch an der Palme bis zur Reife. Wolfi kauft über 2kg, die aber bald wieder gegessen sind.
Wir melden uns bei der Gruppe ab, gehen nicht mit ihnen Mittagessen sondern freuen uns am Lädele in Zagora. Ich finde ein schönes Kleid, dass ich jederzeit über meine kurzen Hosen ziehen kann. Auch einen Kamelhaarteppich ist jetzt unser eigen. Wir kommen nicht ums "märte" und haben schlussendlich einen guten Preis bezahlt.
Müde machen wir uns auf den Weg zum Womo. Trotzdem backe ich noch einen Gugelhopf zum Dessert nach der Harira Suppe.
Unser Reiseleiter ist schon am Gemüse rüsten für die Suppe, die am Lagerfeuer gekocht wird.
Wir stellen die Tische auf und jeder kann sich ein Schäleli Suppe holen, nach dem Dessert machen sich die Musiker bereit zum "spielen" - sehr gewöhnungsbedürftige Klänge - aber wir haben Spass und werden zum Tanzen aufgefordert. Der Abend war laut, lau und gemütlich.....
15. November
Zagora - Tazzarine
Wir fahren nach Tazzarine
hinein ins Dra-Tal an vielen Palmen vorbei - 6 Millionen sollen hier stehen - unglaublich. Viele Fotostopps und jeder kann halten wo er will. Wir haben linkerhand den Fluss Dra der bei Regen sich riesig ausbreiten kann und die Strassen überflutet und enorme Schäden anrichtet.
Unser Camp ist auf den ersten Blick schön und wir erkunden das ganze Areal - staunen nicht schlecht über das Schwimmbad und die Bar wo Alkohol ausgeschenkt wird. Die Liegestühle haben schon etliche Jahre hinter sich und keiner möchte sich da drauflegen.... Leider sind die sanitären Anlagen alles andere als "ahmächelig" und so verlegen wir das Duschen ins Womo. Einige Mitfahrer und Wolfi trinken an der Bar ein kühles Bier, bevor wir uns im Womo gemütlich einrichten und etwas köcheln.