15. Oktober
Agadir - Tafraute
Wir fahren ins Tal der Ammeln im Herzen des Anti-Atlas. Tafroute liegt auf einer Hochebene von 1000 m Höhe und ist eingerahmt von bizzaren Granitfelsen von schwindelerregenden Höhen. Aus der Ferne wirken die imposanten Kasbahs wie in den Felswänden klebende Adlernestern.
Der Arganbaum wächst nur in diesen Gegenden, sonst nirgendwo auf der Erde. Die reife, gelbe Frucht, von der Größe einer Olive, schmeckt widerlich und ist für die Menschen ungeniessbar. Der braune faltenreiche Stein der Frucht, ein langer Kern, der sehr bitter schmeckt, aber ein sehr gutes Öl liefert und zu Kosmetik verwendet wird.
Die Frucht schmeckt den Ziegen so gut, dass sie auf die Bäume klettern ....... und wie man von den Ziegen weiss, fressen sie nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter. Viele Bäume können sich nicht mehr erholen und sterben ab.
Der Ort hat kleine verwinkelte Gassen mit verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten. Besonders interessant sind die hier gefertigten farbigen Lederschuhe Babouches gennant
16. Oktober
Tafraoute
Heute ist ein weiterer Ruhetag in dem wohl schönsten Gebiet Marokkos auf einem wunderschönen Camp.
Es gibt in Tafraoute einen sehenswerten Souk der man sich nicht entgehen lassen sollte. Jeder will seine Ware verkaufen und es herrscht emsiges Treiben, ein Gewirr von Stimmen und ab und zu hört man einen Esel brüllen. Viele Gerüche steigen in die Nase und so zieht es mich zu dem Gewürzhändler. Für die Tajine brauche ich noch Ingwer und Kreuzkümmel.
Tafraoute ist das Zentrum der Babouchen Produktion und die Menschen hier tragen diese bequemen Schuhe fast alle. Auch Wolfi kaufte sich welche. Es gibt sie in unendlich vielen Farben und Formen. Es wird probiert und auch ein wenig gefeilscht.
Morgen im Palmental lernen wir, wie man ein marokkanisches Gericht zubereitet - die Tajine -. Den Untersatz, Holzkohle und die notwendigen Gewürze finden wir alle im Souk. Für die Berber Tajine brauchen wir die folgenden Gewürze: Kreuzkümmel, Pfeffer, Salz, Kurkuma, Ingwer und Paprika.
Holzkohle ist in Marokko allgegenwärtig, da die beliebten Brochetten überall auf den Grills angeboten werden. Auch wir kommen nicht drumherum und essen das Fleisch mit marokkanischem Fladenbrot, dass es überall zu kaufen gibt - richtig lecker !! Der heutige Souk ist natürlich bei dem herrlichen Sonnenschein eine Augenweide und die Angebote an Gemüse sowie Früchte sind enorm. Wir kaufen Mandarinli, super süss und sehr lecker. Hier in Marokko haben Wolfi und ich das erstemal einen Granatapfel probiert - voll ausgereift war es ein Genuss.
17. Oktober
Tafraoute - Ait Mansour
Ein strahlend blauer Himmel, ein sogenannter Bilderbuchtag begleitet uns ins wunderschöne Palmental "Ait Mansuor" - die Kulisse für atemberaubende Bilder ist gegeben !!!
Wir bereiten uns für die Tajinezubereitung vor - jeder schnippelt und schält, stellt die gekauften Gewürze und Zutaten bereit und nun warten wir auf die Anweisungen von Idriss unseren marokkanischen Begleiter.
Zuerst wird der Rechaud mit Holzkohle befüllt. Bei der Tajine kommen zuerst die in feine Ringe geschnittenen Zwiebeln, dann die Tomaten, jetzt wird schon leicht gewürzt. Nun das Fleisch (ob Huhn od. Rind) beigeben und nun das Gemüse turmartig schichten, dass der Deckel drauf passt. Wieder würzen und mit Olivenöl wenig begiessen. Die Holzkohle wird angezündet und die Tajine kommt 2-3 Std. aufs Feuer. Immer wieder etwas Wasser zu giessen.
Wir verkürzen uns die lange Wartezeit mit einer gemütlichen Wanderung durch das Palmental und trinken bei Berbern einen typischen marokkanischen Pfefferminztee (Berberwhisky genannt - smiley), sehr lecker und stillt den Durst.
Das Tal ist ein Wunderwerk der Natur - wir können uns kaum sattsehen und sind von der Kulisse beeindruckt. Nach dem Spaziergang sind wir gespannt auf das Gekochte - alle Tajinen schmecken super und dazu habe ich ein feines Dinkelbrot gebacken. Wir dürfen im Tal übernachten und setzen uns gemütlich ums Lagerfeuer. Ein gigantischer Sternenhimmel breitet sich über uns aus - einfach nur traumhaft.
Zutatenliste für die Tajine:
Gemüse; Zwiebeln, Tomaten, Karotten, Paprika, evtl. Bohnen oder nach Belieben, Kartoffeln
Gewürze; Kreuzkümmel gemahlen, Kurkuma, Ingwer, Pfeffer, Salz, Paprika Süß, evtl. Safran
Für den guten Geschmack; Pflaumen und Aprikosen (über Nacht in Wasser einlegen)
Olivenöl, Wasser
18. Oktober
Ait Mansour - Tafraoute
Ca. 10 Uhr fahren wir aus dem Palmental in Richtung "Bemalten Steine" oder auch "Painted Rocks" genannt. Wir wandern ca. eine halbe Stunde und stehen vor den gigantischen Brocken.
1983 bemalte der belgische Maler Jean Vérame mit 20`000 kg blauer und roter Farbe die bis zu 30 Meter hohen Felsen. Für uns eine komische Ansicht ..... hier in der Natur bunte Steine zu sehen - wems gefällt ......
Eine Bewölkung zieht auf und es wird leicht windig. Wir fahren zum Stellplatz, stellen die Autos ab. Einige Mitfahrer lassen ein Unikat eines handgemalten Bildes auf das Womo malen. Wir sind mit einem bescheidenen Motiv auch dabei (nach langen Diskussionen stimme ich auch zu). Man wird später staunen, wieviel bemalte Autos man unterwegs in Europa trifft. Zeugnis einer Gemeinsamkeit: Marokko
19. Oktober
Tafraoute
Es bietet sich eine Gelegenheit nochmals auf den Souk zu gehen. Wolfi schreibt an der Internetseite und so begleitet mich Ingrid und Ute. Ohne Männer macht es einfach mehr Spass - und niemand motzt und stänkert ........
Gegen Abend haben sich Wolfi, Jeannot, Jochaim, Harald und ein paar Mädels aus unserer Gruppe zum Hammam angemeldet. Die Männer waren von der Ausführung sehr enttäuscht und durften nach der Reklamation nochmals gehen.
Abends wird gegrillt, Reiseleiter und Driss laden ein zu Spiesse und Eiersalat. Das Wetter wurde kühler und so sitzen wir mit unseren Tischen auf dem eigentlichen Camp hinter der Mauer.
Es war ein gemütlicher Abend am Tisch bei Ute und Andreas.
20. Oktober
Tafraoute - Aglou Plage
Am Morgen werden wir von blöckenden Schafen geweckt ... aber es ist sowieso Zeit zum Aufbruch. Wir verlassen den wunderschönen Camp mit einem weinenden Auge, freuen uns aber auf das Kommende. Aglou Plage ist heute unser Ziel.
Die Straßen sind mit vielen Löchern übersät und alle müssen langsam fahren. In Tiznit kaufen wir Brot und Wolfi seine geliebten Bananen.
Wir parken sehr nahe am Atlantik auf dem Parkplatz beim Restaurant, in dem wir heute Abend essen gehen. Nur Jeannot geniesst ein kühles Bad im Atlantik der sehr hohe Wellen hat.
Idriss nimmt um 16:00 Uhr mit der Menüekarte die Bestellungen von jedem auf. Wolfi und ich haben uns für Dorade entschieden. Um 18:00 Uhr erwartet man uns im Restaurant - wir machen uns schick ...... die Männer tragen die Djellabah`s, wir Frauen lange Kleider.
Endlich ist es soweit, wir haben alle Hunger und wir können uns an die Tische setzen. Wir warten sage und schreibe über zwei Stunden auf das Essen.
Leider gibt es bei den Bestellungen ein Durcheinander - der Koch war wohl mit 22 Personen überfordert. Wir erhalten anstelle der Dorade Sea Food - das wir auf keinen Fall essen. Wir verlassen hungrig das Restaurant und essen im Womo cafe Complet......
21. Oktober
Aglou Plage - Sidi Ifni
Wir fahren nach Sidi Ifni auf unser Camp am Meer - einst Hauptstadt der gleichnamigen spanischen Kolonie - man sieht dies bei den vielen schönen weiss-blau gestrichenen Häusern auch heute noch an. Ein schönes Städtchen in der Höhe gelegen, mit einer langgezogenen Strandprommenade.
Unterwegs machen wir einen Abstecher zum Strand von Legzira mit dem gigantischen Felsentor am Meer. Die Fahrt hinunter war schwierig mit unseren Womos und der Parkplatz klein und eng. Ich will zu Fuss gehen, kam aber nicht weit ...... hinter einem Felsen schiesst ein Hund hervor und fletscht mich an. Einfach ruhig stehen und warten bis er sich beruhigt hat - war sehr ungemütlich .....
Die 300-500 Meter breite Bucht ist wenig erschlossen und ca. drei Kilometer lang, feinsandig und wunderschön. Nach einem kleinen Marsch sehen wir die ersten mächtigen Klippen, die weit ins Meer hinausragen und dann stehst du direkt unter dem Felsentor. Größer ist es, als erwartet, gigantisch !!! ....... Es ist schnell menschenleer und die Brandung recht gefährlich.
Auf einer Terrasse, die zu einer Bar gehört, trinken wir das Nationalgetränk "Berberwhisky" und schauen den Wellen zu, wie sie an die Steinformationen donnern - ein beeindruckendes Naturschauspiel !!!
22. Oktober
Sidi Ifni
Wir sind in Sidi Ifni und geniessen 2 schöne Tage am Meer. Wir machen einen Abstecher ins Städtchen und geniessen hier einen tollen Blick auf den Atlantik und unseren Campingplatz.
Einen Fotostopp muss ich, als Blumenliebhaberin, unbedingt bei den Bougainvillea Hecken machen, die sich in vielen Farben der Mauer entlang schlängeln.
Hier in Sidi Ifni gibt es viele Überwinterer aus Europa, vorallem Deutsche und Franzosen. Die Camps bereiten sich auf den Ansturm von ca. 10.000 Wohnmobilen in der Küstenregion Marokkos vor. 90 Tage kann man hier ohne Probleme verbringen und 180 Tage mit einer Verlängerung.
Die Tagestemperaturen betragen hier im Winter zwischen 23 - 28 Grad, nachts bleibt es meistens um 20 Grad warm. Die Verbraucherpreise sind moderat, Heizung wird nicht benötigt. Für Abwechslung sorgt in der Nähe der Wüstenregion die größeren Städten wie Tiznit, Agadir, Taroudant usw.
Heute ist regnerisches Wetter. Es wird beschlossen eine Soljanka (Suppe nach einem Ostdeutschen Rezept) zu kochen und gemeinsam zu verspeisen. Unser Reiseleiter ist schon fleissig am schnippeln.
Wolfi und mir hat die Suppe nicht geschmeckt. Aber es gab ja auch frisches Brot ...... Am Abend gemütliches Beisammensein am Lagerfeuer.