7. Oktober
Endlich ist es so weit, um 05:45 Uhr geht es los .....
Afrika wir kommen!
Algeciras - Ceuta - Asilah
Wir fahren nach Asilah - früh morgens beginnt unsere Reise. Um 5.40 Uhr stehen wir auf der Straße und ordnen uns in den Konvoi ein. Wir fahren nach Algeciras in den Hafen. Ein modernes Schiff bringt uns innert einer Stunde nach Ceuta, eine spanische Enklave.
Ceuta bietet seinen Einwohnern Steuererleichterungen zB in Form des verbilligten Kraftstoffes. Ansonsten gleicht die Enklave mehr einer Festung als einer einladenden Stadt. Hohe Mauern mit gefährlichem NATO Draht bestückt und ziemlich schwer bewaffnete Menschen an der Grenze zu Marokko wirken wahrlich nicht menschenfreundlich. Also eilen wir schnell an die marokkanische Grenze, die heute wenig frequentiert ist.
Wir kommen schnell voran und tauschen bei der Bank unser Geld in Dirham. Der Hunger stellt sich schnell ein, und wir besuchen das erste marokkanische Restaurant, das mit vollem Angebot glänzt.
Eine Reifenpanne schleicht sich bei Jeannot ein und ist ruckzuck für 30 Dirhams (3 €!) beseitigt.
Endlich sind wir in Asilah auf dem Stellplatz angekommen. Gegen Abend werden wir von Kutschen abgeholt und in die Altstadt gefahren. Asilah ist ein schönes Städtchen und wir sind gespannt auf unseren ersten Souk Besuch. Je später es wird, umso lebendiger wird die Medina.
Asilah ist eine Künstlerstadt, deren Häuser im August von den Teilnehmern eines alljährlich laufenden Künstlertreffens bemalt werden. Wir staunen über die vielseitigen Bilder und sind begeistert.
In einem Restaurant essen wir alle ein Fischgericht und lassen den Abend in Marokko ausklingen.
8. Oktober
Asilah - El Jadida
Fahrt nach El Jadida.
Es sind anstrengende 390 km Autobahnfahrt. Zwischendurch sehen wir den Atlantik. Viel Landwirtschaft wird hier im Norden betrieben, mit Vieh und Wagen.
Wolfi und ich wechseln uns beim Fahren ab und so ist es für beide kurzweiliger. Die Fahrt mit
90 km/h ist nicht ganz ohne ....... hier sind schon mal Personen mit Kindern auf dem Pannenstreifen unterwegs, Hunde streifen an der Leitplanke entlang. Aber unser Reiseleiter gibt Gas und will vorwärts kommen........
Auf dem Camp kocht jeder für sich im Womo und das Zusammensitzen fällt aus, denn Morgen geht es wieder früh weiter.
9. Oktober
El Jadida
Zu den absoluten Highlights in El Jadida zählt die portugiesische Zisterne, die sich in der ockerfarbenen Medina der Cité Portugaise befindet. Sie führt zwar nur noch sehr wenig Wasser, aber in diesem spiegeln sich die Gewölbe des alten Wasserspeichers in traumhaften Farben. Die portugiesische Altstadt wurde im Jahr 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben und wir wandern über den Boulevard in Richtung des restaurierten Hafens.
Nicht schlecht staunen wir über den Hammerhai, der zum Kauf angeboten wird. Frischer Fisch in allen Varianten sehen wir und der Kauf reizt. Aber wir wollen noch einige Besichtigungen machen, da stört der Fisch zum Mitnehmen. Wir wandern in die portugiesische Festung und schauen aufs Meer und auf die originalen Kanonen. Es ist schwül heiß und da tut ein Rast im Schatten eines Cafés gut. Einige wollen Essen, Wolfi und ich entschliessen uns für den nahegelegenen Souk und kaufen Früchte und Gemüse.
10. Oktober
El Jadida - Oualidia
Wir verlassen das Camp in El Jadida. Wir fahren nach Oualidia auf den Stelllatz. 80 km am Meer entlang führt uns unsere Reise zu einem Naturspektakel. Die Lagune, mit wild zerklüfteten Felsen, peitscht der Atlantik auf einen breiten Sandstrand.
Der Hauptstrand der Stadt Oualidia liegt zwischen El Jadida und Safi an einer Lagune des Atlantiks. Er ist gut geschützt und damit ideal für diejenigen, die nicht ganz so hohe Wellen lieben. Außerdem gilt er als einer der besonders beliebten Strände in Marokko. Aber die Stadt bietet auch andere Strände, an denen sich das Meer wilder, ungestümer präsentiert, so dass auch Wassersportler wie Windsurfer und Wellenreiter auf ihre Kosten kommen.
Oualidia ist darüber hinaus ein Zentrum der Austernzucht in Marokko. Das Lagunensystem wird aus den beiden Lagunen Oualidia und Sidi Moussa, sowie dazwischenliegenden Salzpfannen und Marschflächen gebildet. Es beheimatet auch viele Vogelarten. Die erste Austernfarm in der Region wurde bereits Ende der 50er Jahre etabliert. Zu den Sehenswürdigkeiten in Oualidia zählt unter anderem die Kasbah. Sie wurde im 17. Jahrhundert durch Sultan El Oualid erbaut, der auch der Namensgeber von Oualidia ist.
Es beginnt zu regnen, deshalb stellen wir unsere Womos zusammen, fahren den Storen aus und so können wir trotzdem alle unseren Fisch grillieren. Es wird aber schnell ungemütlich.
11. Oktober
Oualidia - Essaouira
Wir lassen uns heute früh Zeit und fahren nach Essaouira. Essaouira ist ein entzückendes Städtchen am Atlantik halben Wegs zwischen Casablanca und Agadir. Mit Altstadt, Hafen, Märkten, Fischern, sowie einer vollständig erhaltenen Befestigungsmauer rund um die Altstadt.
Dazu gibt es malerische Plätze mit zahllosen Kaffeehäusern. Einen endlosen, wunderschönen Sandstrand und einen atlantischen Passatwind. Er bläst immer und bringt kühle Luft. So kommt es, dass sich nach Sonnenuntergang in Essaouira auf den zahllosen Dachterrassen selten jemand aufhalten will. Auch im Sommer ist es kühl, zu windig.
Wir fahren am Meer entlang, das Panorama ist gut, aber die Strassen lassen zu wünschen übrig. Wir sehen unterwegs eine Baufirma die damit beginnt, diese Straße zu sanieren.
Schliesslich landen wir auf dem Camp und geniessen die Ruhe hier auf dem Platz.
12. Oktober
Essaouira
Wir haben heute genug Zeit Essaouira zu besichtigen. Wir schlendern auf dem langen Boulevard in Richtung Hafen. Es geht am Atlantik entlang und man hat einen guten Blick auf die Purpurinseln, die sich etwa 1 km vor der Küste befinden und sind seit 1979 ein Naturschutzgebiet. Von hier stammen auch die Purpurschnecken die früher zum Färben benutzt wurden.
Wir Frauen freuen uns sehr auf eine Shoppingtour durch die Medina. Aber zuerst gehts in den Hafen. Es gibt viel zu sehen ..... Schiffe werden saniert, dazwischen unzählige Fischverkäufern, die den täglichen Fang an den Mann oder die Frau bringen wollen. Ungewohnte Bilder machen das ganzen äußerst sehenswert und abwechslungsreich.
Wir reissen uns los und marschieren in Richtung Altstadt. Wir schauen, staunen und viele kaufen - Wüstenkleidung !!!! Es ist ja bald soweit, die Wüste ruft!!. Jeannot, Walter und auch Wolfi kaufen sich eine wunderschöne Djellabah, die erst anprobiert und später über harte Verhandlungen gekauft wird.
In einem Cafe in der Medina trinken wir einen Pfefferminztee und jeder bestellt sich eine Tajine - war richtig lecker. Weiter gehts durch den Souk.
13. Oktober
Essaouira - Fromagerie
Wir lassen uns heute früh Zeit - nur 20 km ausserhalb von Essaouira dürfen wir eine familiengeführte Käserei besuchen.
Sie liegt inmitten eines Thujawaldes ein wenig versteckt und heisst Douar l'Arab.
In einem typischen Berberhaus wartet auf uns eine unvergessliche Käseverkostung. Die Lokalität ist mit liebe zum Detail eingerichtet. Abdul, der promovierte Besitzer und Käseliebhaber heisst uns herzlich willkommen.
Einst lehrte er in Kanadas Hochschulen und dann, zurück in Marokko frönte er seinem Hobby der Käseherstellung. Heute ist er „Hoflieferant“ für das teuerste Hotel namens „Mimouna“ in Marrakesch. In dieser Umgebung können wir marokkanische Käse-Spezialitäten genießen. Wir schauen auch in der Produktion vorbei und blicken dem Käser über die Schulter.
Hier werden Köstlichkeiten aus Ziegen-, Kuh-, Schafs- und Kamelkäse hergestellt, verkauft und serviert. Ehe der "Raubzug in eine neue Genusswelt" beginnt, wird in schöner Umgebung der marokkanische Wein probiert.
Am Abend kommen wir in den Genuss von verschiedenen Tajinen.
Wir dürfen mit unseren Womos vor der Käserei übernachten.
14. Oktober
Essaouira - Agadir
Früh morgens werden wir von dem Esel der Käserei geweckt.
Wir verlassen die Fromagerie und rollen Richtung Agadir. Die Strassen sind schlecht und wir kommen nur langsam vorwärts - viele Serpentinen zieren die Strecke. Der Hohe Atlas und schließlich die Ausläufer des Antiatlasses können wir sehen.
Arganbäume treten in Erscheinung und die ersten Mandelbäume -Zeichen für den nahenden Antiatlas. Unsere Mittagspause machen wir mit Blick auf den Atlantik. Sobald wir unsere Womos abgestellt haben, sind auch die ersten Kinder da und betteln nach Euros. Von uns erhalten sie Datteln, die sie sehr gerne annehmen. Ein paar Dörfer weiter ist ein Eselmarkt und ein geschäftiges Treiben und Verhandeln .....
Nun fahren wir direkt am Meer entlang und stauen über die 3m hohen Wellen, die das Meer mächtig aufwühlen. Wir rauschen durch Taghazout, ein aufstrebenden und beliebten Vorort vor Agadir. Noch ein paar Serpentinen und schon sind wir im neuen Camp in der ruhigen Abgeschiedenheit in den Bergen gelandet.
Es ist ein sehr schöner und gepflegter Campingplatz.