Marokko 31.10. - 7.11.


31. Oktober


Laayoune - Es Semara

Wir fahren auf ca. 260 Km Wüstenstrecke zum südlichsten Punkt unserer Reise zum Camp bei Es Semara. Es ist eine anstrengende Fahrt bei 27 Grad. Die Strassen wechseln von sehr gut zu miserabel mit gewaltigen Schlaglöchern.

Beim Mittagshalt habe ich die Gelegenheit, Blumen und ein wunderschöner Schmetterling einzufangen, sogar eine Raupe, die den Stamm einer Schirmakazie hochklettert kommt vor meine Linse.

Wer einmal ein echtes Wüstenfeeling erleben möchte sollte in Richtung Es Semara fahren. Wir passieren unterschiedliche Wüstenformen – bergig, sandig, eben und wir entdecken die typischste Pflanze der Wüste im Süden: die Schirmakazie! Sie zeigt an, dass wir im Süden Marokkos angekommen sind. Dieser auch bekannt als „Afrika Baum“ mit heftigen Dornen bestückt, ist widerstandsfähig und begegnet uns auch nochmals in der Region um Agdz herum.

Es gibt viele Polizeikontrollen, die alle für unsere Sicherheit wichtig sind. Wir sind gut vorbereitet, alle Daten parat, dauern diese nicht all zu lange.

Wir fahren an der Oasengruppe „Lemseyed“ vorbei in der noch ca. 100 Menschen leben.

Weiter rollen wir gemächlich, in Richtung Es Semara eine sandverwehte Wüstensiedlung, die ca. 25.000 Einwohner zählt und als die Hauptstadt der Nomaden und Sahauris gilt.

Man bemerkt an ihrem Verhalten, dass die Bewohner kaum mit Touristen in Berührung kommen. Freundlich winken sie uns zu und geben uns in bekannter Art und Weise zu erkennen, dass wir herzlich willkommen sind.

Wir kaufen Brot ehe wir zum neu gegründeten Camp in der Nähe der Stadt fahren.

Ein gemeinsames Essen beendet den heutigen Tag.

1. November


Es Semara - Tan Tan


Wir verlassen frühmorgens den Nomadencamp bei Es Semara und treffen vor dem Tor auf Pferde. Der ganze Konvoi muss wegen mir warten, weil ich das Auto verlasse um ein Foto zu schiessen - bevor wir die 260 km Wüstenstrasse in Richtung Tan Tan Plage unter die Räder nehmen......

Die nächste Polizeikontrolle ist wieder zu absolvieren und bald zeigt sich rechts und links eine glatte unendliche Wüstenfläche zum Teil hat diese Wüste eine grossflächige, schwarze Oberfläche - der man Wüstenlack sagt. Der Wüstenlack entsteht bei grosser Hitze und befindet sich nur oberflächlich - war sehr interessant und ich habe das so noch nie gesehen. Einige Kamele wechseln über die Strasse und das gibt jedesmal einen Fotostopp.

Wir kommen schnell voran, die Straße ist gut zu befahren und bald stehen wir wieder auf unseren „alten“ Stellflächen auf dem Camp.

Ein Stadtbummel steht an, ich eile zum Bäcker, dort gibt es die großartigen Backwaren.

Die Sonne meint es mit uns wieder gut und wir genießen den sonnigen Abend.

2. November


Tan Tan - Assa

Wir fahren in die Oase bei Assa

Früh morgens wachen wir bei wolkigem Wetter auf.

Es ist für den Küstenbereich am Atlantik eine typische Erscheinung. Aber so gegen 10 Uhr klart es auf und es wird sehr warm.

Wir fahren zuerst zum Marjane bei Gulmim, dort füllen wir unsere Vorräte auf und kaufen die Lebensmittel ein für eine original ungarische Gulaschsuppe, die wir in der Oase kochen und gemeinsam essen.

Dann rollen wir in die Gebirgswelt Marokkos ein.

Die landschaftliche Szenerie wechselt nun ziemlich rasch, ebenso die klimatischen Bedingungen.

Von der feuchten Luft am Atlantik ist bald nichts mehr zu spüren und als wir in die Oase bei Assa einfahren zeigt das Hygrometer ganze 20 % an.

Trockene Luft tut gut und die werden wir fortan nun eine lange Zeit spüren. Viel trinken ist angesagt.

Da unten im Oasen Tal hat ein Nomade sich ein schönes Reich geschaffen. Es gibt Toiletten, Duschen und vor allem nette Menschen. Aber die Fahrt bis zum Camp war alles andere als angenehm - es war eine Steinpiste!!

Wir richten uns ein und genießen einen langen, lauen Abend bei Wein und klarem Sternenhimmel.

3. November


Assa

Diejenigen, die gut zu Fuss sind krachseln heute Morgen auf den nahe gelegenen Berg: Der Campbesitzer begleitet uns mit seinem jüngsten Sohn Noah. Die Mühe hat sich gelohnt - wir geniessen eine traumhafte Aussicht. Nach der verdienten Rast ist ein Gruppenfoto ein Muss. Wolfi stellt die Kamera auf Automatik und rennt.......... auch ein schöner Rücken kann entzücken - das Gelächter war gross.

Wieder unten werden wir von extrem vielen Fliegen und Mücken belästigt. Wir beschliessen, die Oase zu wechseln um in Ruhe ein Lagerfeuer zu machen und die Gulaschsuppe über dem Feuer zu kochen. Die nächste Oase die wir ansteuern ist ein Traum!!

Wir sind schnell wieder eingerichtet und helfen alle beim Gemüse rüsten. Ein Berbermädchen setzt sich zu uns und will beim schneiden der Zwiebeln und Tomaten unbedingt helfen und so lernen wir ein paar Wörter in arabisch.

Es gibt in Marokko sehr viel zu sehen und zu erleben.

Landschaftlich und klimatisch dürfte wohl Marokko eines der aufregendsten und vielfältigsten Land dieser Welt sein.

Am Atlantik, wenige Kilometer von hier haben wir noch die Feuchtigkeit des Meeres gespürt, hier, kaum 100 Km weiter ist es trocken und sehr warm, in Azrou hat es geschneit und beim Idriss, unserem marokkanischen Begleiter, zu Hause, ist es für die Jahreszeit „saukalt". und windig.

Wir lassen den Abend bei Suppe, Berberbrot und Wein ausklingen und geniessen die noch milden Temperaturen und natürlich einen gigantischen Sonnenuntergang, sowie einen fantastischen Sternenhimmel.......

4. November


Assa - Tata

Wir verlassen unsere Traum Oase bei Assa und fahren nach Tata.

Wieder steht eine Wüstenfahrt bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein bevor. Unser heutiges Ziel: Tata eine Provinzstadt mit ca. 20.000 Einwohnern. Regen gibt es hier kaum, wenn überhaupt, dann nur in den Wintermonaten. Und Tata ist ein beliebter Überwinterungsort für Wohnmobilisten.

Es gibt wieder viel zu sehen: Gebirge mit sehenswerten Verwerfungen. Das Gestein erscheint in den unterschiedlichsten Farben von dunkelrot bis ins gelbliche - einfach gigantisch.

Wir sind schnell am Ziel und finden ein neues Camp, das in einem Palmenhain liegt. Da hier Strom, Waschmaschine und Wasser vorhanden ist, schaffen wir erst einmal wieder Ordnung in den Autos und der Wäsche.

Haben wir doch einige Tage freigestanden und so fallen einige Arbeit an.

Abends besuchen wir Tatas Innenstadt.

5. November


Tata - Foum Zgouid


Von Tata aus halten wir an einer verborgenen Oase in einem tief liegendem Flussbett. Es ist ein gigantischer Blick von hier oben. Die Kameras laufen heiss....

In Tissnit bestaunen wir kleine Wasserfälle die sich durch den Regen in der letzten Woche gebildet haben - eine kleine Sensation - an diesem sonst so trockenen Ort.

Unser heutiges Ziel ist der kleine Oasen Ort - Foum Zgouid. Der Mittagsrast verbringen wir in einem kleinen Restaurant mitten im Zentrum. Alle bestellen Spiessli mit Berberbrot. Wir befinden uns mitten im geschäftigen Treiben und haben viel zu sehen. Junge Katzen schleichen um meine Beine und betteln nach Futter. Hin und wieder fällt ein Stückchen von meinem Spiessli am Boden.....

Die Gebirgswelt ist hier im südlichen Antiatlas äußerst sehenswert. Aber bei zehn Womo;s nicht immer möglich für ein Foto anzuhalten.

Bald ist Foum Zgouid erreicht. Wir sind auf einem schönen Camp und am Abend gibts Berberunterhaltung mit "Musik" gewöhnungsbedürftige Klänge bis tief in die Nacht hinein......

6. November


Foum Zgouid

Ein Ruhetag in Foum Zgouid, abends kocht jeder seine eigene Tajine und es duftet köstlich......

7. November


Foum Zgouid - Agdz

Oasen und nochmals Oasen – wir fahren nach Agdz.

Jeder kann für sich fahren und an beliebigen Orten halten. Wir haben Erdmännchen entdeckt und warten, bis sie aus ihren Erdlöcher wieder auftauchen - süss nicht.........

Foum Zguid und Agdz sind südmarokkanische Örtchen mit unwiderstehlichem Wüsten- und Oasen Flair. Die Sonne scheint und auch im Winter ist für Europäer hier Sommer. 20 bis 25 Grad sind hier im Dezember immer garantiert. Für die Bewohner ist es tiefer Winter, wird hier im Sommer doch locker bis 55 Grad warm.

Hier ist alles noch sehr ursprünglich. Die meist gut gebräunte Bevölkerung stammt aus den Nachfahren ehemaliger Sklaven, die aus dem Sudan im Süden Marokkos angesiedelt wurden und die Palmenhaine der Oasen anpflanzten. Damals baten diese Menschen darum Marokkaner zu werden. Diesem Antrag wurde damals stattgegeben und so siedelten sich diese Leute hier in den Gebieten um Zagora und M`Hamid an.

Alle sind freundlich und schnell ist man in einfache Gespräche verwickelt. Bunte Tücher für den „Wüsteneinsatz“ gibt es hier preiswert zu kaufen. Gaststätten laden zum Essen ein und es gibt viele „Tante-Emma-Läden“, die so alles anbieten, was man im täglichen Leben so benötigt.

Wir durchfahren herrliche Oasen, alte Lehmdörfer und bunte Gebirge, die graziler nicht werden können. Die Straße ist inzwischen nach großen Überflutungen neu saniert. Hoch ins Gebirge wird sie verlegt, damit der riesige Fluss Dra sie nicht wieder zerstören kann.

In Agdz füllen wir unsere Vorräte auf, essen in einer Gaststätte gegrillte Hühner und eins, zwei, drei sind wir im Oasen Camp des Ortes angelangt.

Abends wir es hier schnell kühl – man kann gut schlafen, wir sind in der Wüste.