Dezember 2018


Nach Marokko haben wir uns entschlossen, bis ende Dezember auf dem schönen Campingplatz in der Nähe von Tarifa am wilden Atlantik zu verbringen. Der Strand und die Gegend ist traumhaft, aber zum Baden ist es im Dezember zu kalt. Die Tagestemperaturen schwanken von 15-19 Grad und in der Nacht fallen sie auf ca. 8-11 Grad.

Wir sind auf unsere Fahrräder angewiesen, denn Tarifa ist 13km entfernt. Der Camping verfügt im Winter nur über ein bescheidenes Angebot an Waren für den täglichen Verbrauch.

Vor Weihnachten bekamen wir endlich von LMC Bescheid, dass unser Womo in der Woche 10 ins Werk zur Reparatur kann.

 Endlich können wir weiterplanen!!!

 So.... nun steht es fest, wir fahren doch noch für einen kurzen Abstecher nach Portugal. Der Camping wird von einem kreativen Holländer geführt, der seinen Platz liebevoll mit selbstgetöpferter Keramik verziert hat. Wir sind gespannt und freuen uns auf das Kommende.



Tarifa - El Rocio


Wir entfliehen dem heftigen Wind (bis 50km/h) an der Atlantikküste und fahren ins landesinnere Richtung Portugal.

Kaum haben wir den ersten Hügel hinter uns, sehen wir mächtige Windräder die sich allesamt im Wind drehen. Es sind sicher über 100 Stück und es werden immer mehr. Spanien gilt als Vorreiter punkto Ökostrom. Unser Weg abseits der Autobahn führt uns durch viele landwirtschaftlichen Flächen mit Braunviehbestand und Obstkulturen.

Die Fahrt empfinden wir als sehr abwechslungsreich. Viele Oliven-, Pinien-, Eukalyptus-, ja sogar der Johannisbrotbaum ist hier in Portugal zu finden. In der Gegend um Alentejo befindet sich das grösste Anbaugebiet für die Korkeiche. Werden sie nicht für die Produktion geschält, leben sie sage und schreibe 600 Jahre. Noch was spannendes zum Johannisbrotbaum; die Ägypter machten sich die Tatsache, dass jeder Samen exakt 0,2g wiegt zu nutze und wogen mit ihm Gold und Edelsteine - das Gewicht von Edelsteinen wird noch heute in Karat = 0,2g = 1 Johannisbrotsamen angegeben.

Weiter geht die Fahrt an langen Salinenfelder vorbei im Naturpark Bahia de Cadiz wo optimale Bedingungen herrschen für die Salzherstellung.

Nun freuen wir uns auf einen Abstecher nach El Rocio eine spanische Stadt, die an den Nationalpark Coto de Donana in der Provinz Huelva grenzt. Der sehr malerisch gelegene, vollkommen auf Sand erbaute Ort versetzt uns in eine vollkommen andere Welt. Wir spazieren vorbei an Häusern mit hölzernen Veranden und Anbindepfosten für Pferde - man hat das Gefühl, man durchstreife eine verlassene Westernstadt (wenn die vielen Autos nicht wären)schade eigentlich. Geschäfter bieten Reitzubehör an, oder Flamencokleider, Hüte und schöne Taschen. Pferdekutschen und viele Reiter ziehen an uns vorbei. Die meisten Gebäude werden zur Wallfahrt anfangs Juni (Pfingsten) genutzt wenn bis zu einer Million Pilger diesen Ort besuchen. Direkt gegenüber der Wallfahrtskirche geginnt die Marismas - das riesige Feuchtgebiet in dem noch heute halbwilde Pferde leben.

Aber....... die dunkle Seite der Wallfahrt möchte ich als Pferdeliebhaberin doch noch erwähnen: Zwischen 2007 und 2014 haben mehr als 100 Pferde die Strapazen des 60km langen Weges nicht ¨überlebt. Tierquälerei zu Ehren der heiligen Jungfrau im Namen der Kirche.

Wir übernachten im nahegelegenen Camp hier in El Rocio. Es ist ja heute Silvester...... und auch hier wird Feuerwerk gezündet. Wir sind müde und lassen den Abend mit einem Glas Wein ausklingen - auf ein spannendes neues 2019 !!!