Marokko 16.11. - 23.11.


16. November


Zagora - Merzouga

  „Tombouctou“ wir kommem !!!

Wir verlassen Tazzarine und fahren in Richtung Merzouga in die Sandwüste. Die Landschaft ist grandios und unser Fotoapparat läuft heiss. Unterwegs treffen wir mitten auf der Strasse auf eine Filmcrew. An den Gewehren zu urteilen handelt es sich um einen Kriegsfilm. Wir steigen aus und möchen das alles aus der Nähe miterleben. Leider werden wir höflich gebeten weiterzufahren - schade .....

In Merzouga, dank einem ausgeklügelten System von kleinen Bewässerungsgräben wird ein reichhaltiger Obst- und Gemüseanbau betrieben. Wir halten an und alle schwärmen aus und kaufen frisches Obst und Gemüse. Mit dem Fleischkauf hält sich hier in Marokko jeder gerne zurück. Die Metzger hängen vor dem Laden die Fleischstücke oder ganze Ziegen auf und so sind sie Ziel endloser Fliegen und Mücken.

Dann, wenige km entfernt, erstreckt sich mit dem Erg Chebbi das grösste Sandwüstengebiet Marokkos mit bis zu 150 m hohen Dünenlandschaften, die sich in den unterschiedlichsten Farbtönen präsentieren. Ein unvergessliches Erlebnis.


Kamele stehen mit ihrem Führer bereit und hoffen auf Touristen. Auch wir kommen in diesen Genuss, mit einem Kamel in das Abendrot zu reiten.

Das Luxus Kasbah Hotel "Tombouctou" steht am Rande der Sandwüste in seiner ganzen Pracht. Es hat einen grossen, feingefliessten Pool, Spa-Bereich mit Sauna, Massagen, Hammam sowie Übernachtungsmöglichkeiten von 80,00 bis 600 Euro pro Nacht !!

Heute Abend geniessen wir ein Buffet und können uns nach Herzenslust verköstigen mit Vorspeisen, Hauptgang und Dessert. Wolfi und ich staunen nicht schlecht, als der feine marokkanische Rotwein PC, den wir in der Fromagerie getrunken haben und der uns richtig gut geschmeckt hat, serviert wird. Wir bestellen zusätzlich noch zwei Flaschen und nehmen diese mit ins Womo für gemütliche Abende.......

Am nächsten Morgen wartet ein Frühstückbuffet auf uns.



17. November


Merzouga


Nach dem feinen Frühstück hier im Kasbah-Hotel bei den Sanddünen setzen wir uns vors Womo in die Sonne. Es ist immer was los ...... ein Lastwagen bringt Stroh für die Kamele. Die Kamelführer schöpfen Wasser aus dem Brunnen für die durstigen Tiere und ich kam mit ihnen ins Gespräch.

 Wolfi und ich machen eine Erkundigungstour durch das Hotel bis auf die oberste Terrasse.

Ich freue mich sehr auf heute Abend - um 17 Uhr ist es endlich soweit wir schwingen uns auf die Kamele. Mit lautem Gestöhne steht das Kamel auf, gut festhalten, zuerst kommt das Hinterteil und mit einem Ruck stemmt es die Vorderbeine hoch - eine wackelige Angelegenheit.

Wolfi ist dicht hinter mir mit seinem Kamel und so geht es mit gemächligem Schritt in die Wüste hinein. Die Kamelführer machen Fotos und nach einer halben Stunde steigen wir ab und krachseln den Sandberg hoch um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen.

 Es wird empfindlich kühl als es endlich soweit ist. Alle knipsen und schon gehts mit schnellem Tempo auch wieder runter zu den wartenden Kamelen. Wir sind froh, als wir zurück im Womo sind.




18. November


Merzouga - Rissani


Wir verlassen unseren sandigen Stellplatz beim Hotel Tombouctou und fahren zum Camp "Ozean des Dunes" in Merzouga.

Eine Besichtigung eines Teppichladens ist vorgesehen. Es hat sehr viel "Chrüsimüsi "das sich in den Jahren angesammelt hat und eine dicke Staubschicht ist nicht zu übersehen. Viele Teppiche werden ausgebreitet und ein paar Mitfahrer können nicht wiederstehen und zahlen überhöhte Preise ohne zu handeln. Endlich geht es weiter .....

Der Souk von Rissani ist sehr dreckig und wir sind schnell wieder draussen. Der Tiermarkt ist für mich erschütternd - Esel mit Ekzemen und verletzten Beinen, Pferden die apathisch dastehen und warten, ob der Besitzer wohl wechselt, Hühner praktisch ohne Gefieder in vielen Gittern auf wenig Platz übereinander gezwängt und gaggern herzzerreissend. Wir alle fliehen dem Ausgang entgegen ........

Das Camp, das wir heute ansteuern, ist sehr eng, und die sanitären Anlagen lassen zu wünschen übrig.

Wolfi und ich haben beschlossen ab morgen alleine weiterzufahren, da wir in Agadir noch weitere Camps anschauen wollen, die geeignet sind zum Überwintern. Es gibt einen herzlichen Abschied von allen Mitfahrern.


19. November


Rissani - Dades-Schlucht


Wir fahren von Rissani ca. 300 km in Richtung Norden auf der Höhe von Boumalne Dades biegen wir ab in die Dades-Schlucht im Hohen Atlasgebirge.

Die Strasse führt zuerst durch kleine Dörfer und windet sich in die spektakuläre Schlucht. Das Abendlicht lässt das gewaltige Gebirge in den wärmsten Farben erscheinen. Wir halten immer wieder für ein noch schöneres Foto. Die Strasse windet sich und wird immer enger und mit anschliessenden Serpentinen. Eine richtige Herausforderung mit unserem Womo .......

Die enge Durchfahrt zum Camp war der reinste Nervenkitzel. Auf dem Camp "Berbere de la Montagne" kamen wir übermüdet an. Der Besitzer heisst uns herzlich Willkommen und kocht für uns feine Poulet-Brochetten mit Pommes und beim gemütlichen Feuer lassen wir den Abend ausklingen.

20. November


Dades-Schlucht


Ab heute sind wir alleine unterwegs und geniessen das Ausschlafen mit einem verspäteten Frühstück.

Die Temperatur heute Morgen beträgt 1 Grad !!! Die Sonne scheint im Winter nur gerade zwei Stunden in die Schlucht.

Oh.... der Camp hat eine Waschmaschine und diese nehme ich gleich in Beschlag. Eine Frau hilft mir sogar mit der Wäsche aufhängen.

Am Nachmittag laufen wir der Sonne entgegen und verweilen am Ufer eines Baches und besprechen unsere weitere Tour.

Zu unserem Erstaunen entdecken wir ein Felsloch in der eine Familie mit zwei Kindern und einem Hund sowie Hühner lebt. Unglaublich wieviel arme und sehr bescheidene Familien es hier gibt und trotzdem haben sie für uns Touristen immer ein Lächeln bereit.

21. November


Dades-Schlucht - Quarzazate

Heute in der Früh verlassen wir diese atemberaubende Gegend und fahren die 30km aus der Schlucht. Es ist sonnig und ein stahlblauer Himmel ohne Wolken strahlt uns entgegen.

Unser Ziel ist Quarzazate. Die Landschaft hier ist wunderschön und die Berge sehen aus wie gefaltetes Papier. Viele Blumen habe ich entdeckt und natürlich fotografiert - eine kleine Entschädigung für meinen vermissten Garten in Bämbel .......

In Quarzazate stoppen wir bei einem Trödelladen und haben so einiges zu sehen. Wir merken schnell, dass hier viele Touristenbusse stoppen, denn wir werden von den Verkäufern unangenehm belagert - wir flüchten und fahren weiter.

Kurze Zeit später sehen wir die ersten Schneeberge und merken schnell, dass es empfindlich kühler wird.

Die Strassen sind mühsam und so kommen wir nur langsam voran. Das Suchen für einen guten Platz zum Übernachten ist heute schwierig ....... weil das Navi uns durch enge Seitengassen führt, wo ich schnell nicht mehr wenden kann ..... ein kurzes "..... verdelli" und schon sind wir wieder auf der breiteren Straße. Die Campingzufahrt erweist sich als schwierig und ich sage zu Wolfi, diese Straße führt nirgens hin, weil es keine Straße war sondern nur ausgefahrener Dreck. Wir halten ratlos an und keine zwei Min. später kommt uns ein Belgier mit einem Womo entgegen und meint .....dass in 100 m der Campingplatz kommt. Also schliefern wir weiter..........

Wir wurden für die Strapazen mehr als entschädigt. Nach der Tordurchfahrt öffnet sich ein verstecktes Bijou, sehr schön angelegter, gepflegter Platz mit vielen Blumen und sogar ein Pfauenpäärli stolziert an uns vorbei. Im hinteren Bereich waren Indianerhütten die man auch mieten kann. Hühner, Ziegen und sogar ein Pony. Nette Campbetreiber, sehr freundlich und hilfsbereit.

Leider geht es morgens wieder weiter.......

22. November


Quarzazate - Marrakesch


Früh morgens nehmen wir Abschied von dem kleinen, mit Liebe gepflegtem Platz.

Uns steht eine lange Fahrt bevor, über das Gebirge des Hohen Atlas. Es ist kühler geworden und auf dem nahen Berg liegt schon der erste Schnee!!

Die Straße ist grösstenteils schlecht befahrbar, kurvig und gefährlich an gewissen Stellen. Die Landschaft wieder wunderschön; mit kleinen roten Lehmhäuschen, wie die Farbe der Erde hier, Kinder winken uns zu. Zum Glück regnet es nicht.

Unser Ziel ist der Pass Tizi n Tichka 2260 müM. Auf der Passhöhe halten wir kurz um die Beine zu strecken und ein bisschen Bewegung tut gut. Ein eisiger Wind fegt uns um die Ohren und schnell gehts zurück zum Auto.

Nach ca. drei Stunden haben wir endlich Marrakech erreicht - Morgenlandfahrer haben sie als "Paris der Sahara" gerühmt. Marrakech hat seit jeher Westeuropäer magisch angezogen und uns geht es auch nicht anderst !!

Unser Stellplatz ist Mitten in der Stadt, bei der Koutoubia-Moschee und 5Min. vom berühmten Platz "Djemaa el Fna" mit dem Womo im Abendverkehr ziemlich abenteuerlich !!

Trotz der Müdigkeit von der langen Fahrt wollen wir es uns nicht entgehen lassen und trotten noch auf den berühmten Platz zu den Garküchen. Die Stimmung am Abend ist faszinierend und dieser kann sich niemand entziehen.

23. November


Marrakesch


Marrakech ist faszinierend, deshalb bleiben wir einen weiteren Tag hier und besuchen die Medina.

Unglaublich die vielen verzweigten Gänge und das tolle Angebot. Wir wollen unbedingt eine bunte Tajine kaufen. Die Verkäufer sind sehr lästig und macht es unmöglich in Ruhe zu schauen. Ich kaufe mir noch einen bunten Schal und Wolfi sucht für sich ein Leder-Portemonaie. In einem Cafe trinken wir einen Tee und Wolfi isst eine Glace, die ihm sehr gut schmeckt.

Ab 17:00 Uhr beginnt der Aufbau der Garküchen. Wir haben von hier oben einen schönen Blick über den ganzen Platz. Die Flöte der Schlangenbeschwörer dringt über den Platz, auch die Feuerschlucker sind eingetroffen. Dressierte Affen warten auf ihren Einsatz und das allabendliche, organisierte Chaos beginnt von neuem.

Jedemenge Kutschen mit geschundenen Pferden mit schlecht gepflegtem Zaumzeug warten auf Touristen für eine 2stündige Stadtrundfahrt. Ich stehe vor den Pferden und bin entsetzt !! Wolfi ist sehr froh, dass ich die französische Sprache zu wenig beherrsche, um eine Auseinandersetzung mit einem Kutscher zu beginnen.