El Rocio - Pera
1. Januar 2019
Heute schlafen wir etwas länger, hat es gestern doch laut geknallt bis in den Morgen hinein. Vor einem ausgiebigen Frühstück fahren wir nie los! 207km sind es heute die zu Fahren sind. Dass wir auf den Camping nicht zu spät kommen, fahren wir die nicht mautpflichtige Autobahn. Es fallen uns die grossen Mandarinenplantagen auf, die aber alle gut geschützt hinter einem hohen Zaun liegen.
Vor der Grenze zu Portugal, also noch in Spanien, tanken wir den günstigen Diesel. Nur noch ein paar km bis zur portugisischen Grenze und ab dann geht es ins landesinnere über unzählige mit Büschen bewachsenen Hügeln und kurvigen Strassen. Kleine Dörfer mit weissen Häusern wo in den Vorgärten noch Rosen blühen und Wandelröschenhecken sich in den buntesten Farben abwechseln. Leider bin ich am Fahren und Wolfi hat so gar kein Auge für das Blühende....und so fehlt so manches tolle Foto. Das Thermometer steigt auf 19 Grad.
Um ca. 16:00 h haben wir unser heutiges Ziel, der Camp "Mikki's plage to stay" erreicht. Ohä..... schon von weitem sehen wir viele Camper Seite an Seite stehen, eng wie in einer Sardinenbüchse, was eigentlich nicht so unseren Geschmack trifft.
Erstmal unser Womo parkieren und an der Rezeption fragen, ob überhaupt noch ein Platz frei ist. Der Camp ist sehr schön angelegt, mit viel Liebe zum Detail - mit kleineren Gärten und immer wieder tauchen Keramikfiguren auf. Ein kleiner Badeteich und gleich nebenan gackern zufriedene Hühner. Der Platz wie wir hören, wird laufend erweitert und das anfängliche Idylle verliert dadurch an Charme. Leider finden wir nur noch einen Platz ohne Strom und so bleibt uns nichts anderes übrig, als eine Nacht hier zu verbringen und morgen wieder weiter ziehen. Sehr schaaaade, hätte mich aufs töpfern gefreut - naja vielleicht ein andermal und dann etwas früher hier erscheinen.
2. - 23. Januar
Wir schauen heute ein paar Camps an und entschliessen uns für einem kleinen, der nur gerade für 20 Womo Platz bietet. Wir befinden uns in der Nähe von Albufeira, ca. 20 km Richtung Norden ausserhalb von einem kleinen Dorf. Unser Platz ist angenehm gross und wir fühlen uns wohl. Die Platzbetreiber bieten jeden Samstag ein Barbecue für 12,50 Euro alles inkl. an. Am Montag Bocciaspiel wer Lust hat, am Mittwochabend Suppe mit portugisischer Wurst und zweimal in der Woche kann man zum Shoppen mitfahren - wir nehmen das Angebot nur einmal an, weil wir Hilfe brauchen bei der Internet Karte, die in Portugal äusserst günstig ist.
Wir unternehmen eine schöne Wanderung auf das nahe gelegene Castelo de Paderne. Sie ist eine der sieben Burgen, die auf der portugisischen Fahne abgebildet ist. Trotz Restaurierungsarbeiten sind lediglich einige Mauerresten und der Eigangsturm erhalten. Innerhalb befindet sich eine kleine Wallfahrtskapelle.
Bei gutem Wetter sind wir zu Fuss oder mit unseren Fahrrädern unterwegs. Wir fahren bis zum Einkaufen ca. 11 km und so entdecken wir ein riesiges Gebäude vom Chinesen mit einem sagenhaften Angebot - hier kann man ausser Lebensmittel ALLES haben. Beim Intermarche sind ausserhalb zwei grosse Waschmaschinen und einen Tumbler den wir benutzen können. Beim Mc Donald fliegt mir ein wunderschöner Vogel vor die Linse.
Albufeira liegt an einem besonders schönen Strandabschnitt der Algarve. Das Städtchen, ursprünglich ein Fischerdorf, trohnt malerisch auf den Felsenklippen. Hoch oben laufen wir zuerst auf sandigen Wegen durch einen Pinienwald und bald haben wir die hölzerne Treppe erreicht, die uns hinunter an den breiten Sandstrand mit den riesigen, markenten Klippen in den unterschiedlichsten Farben führt.
23. - 31. Januar
In einer Talsenke zwischen den beiden höchsten Gipfel (Foià, 902m und Picota) im Norden der Algarve liegt die Serra de Monchique. Ein wunderbarer Kontrast zu den Stränden der Küste.
Leider ist diese Idylle im letzten August durch ein gewaltiges Feuer das ca. 20.000 Hektaren Wald, (vorallem Eukalyptusbäume)komplett zerstört worden. Auf unserem Spaziergang sehen wir noch Überreste von verkohlten Baumstümpfe. Die Natur beginnt sich langsam wieder zu erholen und die ersten Blumen blühen in leuchtendem gelb und orange.
Kunsthandwerk ist das wirtschaftliche Standbein dieser Stadt Monchique. Webarbeiten aus Wolle od. Leinen, geflochtene Körbe, Keramik sowie die Herstellung von Schinken und Wurst, Süssigkeiten und Schnaps haben hier eine lange Tradition.
Beim Barbecue mit den Camper hatten wir richtig Spass. Es war ein gemütlicher Tag mit feinem Essen und Dessert. Wolfi probiert den berühmten, hochprozentigen hier gebrannten Erdbeerschnaps unter dem Namen Medronho. Von dem Geschmack ähnelt er dem Kirsch.
Ein gemütlicher Tag mit tollen Gesprächen geht zu Ende. Wir helfen alle beim Abwasch und Verräumen und jeder zieht sich ins Womo zurück, denn es wird bereits kühl.
1. Februar - 31. März
Endlich werden wir heute von der LMC informiert, dass unser Womo in der Woche 10 repariert wird. Freude herrscht......!!!
Seit Portugal organisiert Malanie für ihren Dad ein Geburtstagsfest mit allen Freunden, was aber streng geheim ist. Es wird fleissig per Whatsapp geschrieben und organisiert.
Leider erreicht uns eine traurige Nachricht aus der Schweiz von unserem langjährigen, guten Freund und ebenso leidenschaftlichen Camper Peter Delfosse, dass er schwer erkrankt ist und uns unbedingt nocheinmal sehen möchte.
Leider hat ein gutes Herz aufgehört zu schlagen - Peter wir danken dir für deine Freundschaft, die vielen gemütlichen Abende beim Jassen oder Erzählungen von euren spannenden Reisen in den Norden, sowie den wertvollen Tipps und Tricks rund ums Campen.
So.... heute wird das Womo abgeholt und wir dürfen die Wartezeit bei Melanie verbringen was wir sehr zu schätzen wissen - ist es doch nicht selbstverständlich uns für mehrere Wochen in ihrer zwei Zimmerwohnung aufzunehmen..... danke Maus!!!
Wir erzählen Melanie, dass es eigentlich schön wäre einen kleinen Vierbeiner dabei zuhaben. Tja...... wir wollten eigentlich nur mal schauen.......
Dürfen wir euch vorstellen - ihr Name ist Emma ein kleines Labiweibchen und erst 5 Monate alt.
Ab sofort sind wir zu dritt unterwegs.........
Neu ziehen wir ein Anhänger mit, denn wir haben immer mit Übergewicht zu kämpfen. Die defekten Fahrräder wurden ausgetauscht und ein Roller ist jetzt auch dabei.