23. Oktober
Sidi Ifni
Heute sind wir erneut in der Stadt unterwegs, um Fisch zu holen. Wir kommen leider etwas spät, weil uns ein Berber in seinen Laden zog - nur für quatschen und Tee trinken....... und wie von Geisterhand öffnet sich doch noch eine Schatulle mit handgefertigtem Schmuck von den Wüstensöhnen die man doch unterstützen sollte..........höflich wie wir sind, lassen wir uns alles zeigen und konnten nicht anders - ich suche mir ein Armreif aus, der aus Horn gefertigt ist. Andreas kauft ein Schal für Ute.
Die Auswahl auf dem Fischmarkt ist unterdessen mager, aber Andreas und ich haben doch noch Doraden entdeckt und kaufen diese. An der Strandprommenade setzen wir uns in ein Cafe und gönnen uns einen Tee.
Pfannenfertig bringt mir Andreas die Dorade und wir geniessen diese mit Salzkartoffeln und Tomatensalat
Sidi Ifni liegt südlich von Agadir und hat einen breiten, wunderschönen Sandstrand.
Das Küstenstädtchen trägt den Beinamen "Tor zur Sahara“ und zählt nicht mehr als 21 000 Einwohner.
Bereits 1476 wurde hier unter spanischer Flagge ein Stützpunkt für Sklavenjagden und Fischerei angelegt. Damals nannte man es noch Santa Cruz del Mar Pequeña. Trotz der Festung, die die Spanier zum Erhalt des Stützpunkts errichteten haben, wurde „Sidi Ifni“ nur 50 Jahre nach der Gründung der lokalen Bevölkerung erobert und die Spanier verdrängt.
Erst hundert Jahre später, 1934, unter General Franco, wurde der Stützpunkt wieder neu als Sidi Ifni aufgestellt. Mit den Verträgen von Fés, 1969, zwischen General Franco und König Hassan II. endete die Zeit der Spanier in diesem Gebiet.
Aber noch heute kann man sich mit spanisch besser verständigen als mit französisch.
24. Oktober
Sidi Ifni - Abeino
Wir verlassen unser Camp in Sidi Ifni in Richtung Thermalbad Abeino 80 km.
Die Fahrt führt uns durch Kakteenfelder und schon deutlich wüstenhaftem Gelände. Die Temperaturen steigen auf 30 Grad und als wir in einem Ort halten, um unsere Vorräte aufzufüllen, spürt man deutlich, dass man in Richtung Süden unterwegs ist.
Die typisch blauen Djellabahs der Männer beruhen auf der Legende der "Blauen Männer“ und werden als Helden der Wüste verehrt. Die blauen Männer gab es in Mauretanien und die mit Indigo gefärbten Gewänder waren ihr Markenzeichen.
Die Zufahrt zum Camp ist staubig und schlecht zu befahren.
Das Thermalbad ist für verwöhnte Europäer wohl nicht die richtige Adresse, wenn es um die Hygiene geht ....... Die meisten der Mitfahrer verzichten auf ein Bad im 27gradigen Schwefelwasser. Wir werfen bei den Frauen natürlich einen Blick hinein und sehen, dass dieses Bad schon lange eine Totalsanierung nötig hätte.
Trotz des heruntergekommenen Stellplatzes und der miserablen sanitärischen Anlagen lassen wir uns den Tag nicht vermiesen.
25. Oktober
Abeino - Guelmin
Heute sollte es auf den Stellplatz - Plage Blanche und Fort Bou Jerif gehen. Aber der heftige Regen macht das unmöglich - leider !! Also, wird das Programm kurzfristig geändert.
Nur 14 Km entfernt liegt ein Oasen Camp bei Tighmert östlich von Guelmin - den steuern wir an. Es braucht seine Zeit, bis alle mit den Womo`s durch den bereits aufgeweichten Lehm auf dem Camp angekommen sind.
Der Camp wird von einer Familie mit vier Kindern geführt und sie heissen uns herzlich willkommen. Wir dürfen einen Blick in ihr Haus werfen und werden zum Tee eingeladen. Gegen Abend kocht jeder vor seinem Womo eine Tajine und zum Dessert backe ich für alle einen Kuchen.
Es regnet weiter, sogar die ganze Nacht.
Die Landschaft hier ist sehr trocken und Regen ist äusserst selten, nur dieses Jahr ist alles ein wenig anders.
Kurze und heftige Regenschauer sorgen für eine blühende Wüste - ein ungewöhnliches Naturschauspiel. Gras und Blumen blühen und ziehen hunderte von wunderschönen Schmetterlingen an - "die Wüste beginnt zu leben" und wir sind hautnah dabei - einfach grandios !!
26. Oktober
Guelmin - El Ouatia
Am Morgen blickt die Sonne kurz durch und für uns heisst; alle sofort in die Autos und probieren aus dem Camp zu fahren. Walter und Petra bleiben stecken und werden von Andreas und Ute rausgezogen. Der Lehm wird zur Schmierseife und das Fahren wird kompliziert, aber alle Womos schaffen es schlussendlich auf die Teerstrasse zu kommen.
Der Regen macht uns in zweifacher Hinsicht zu Schaffen. Einmal löst sich der allgegenwärtige Lehm zu einer unpassierbaren Masse und zweitens füllen sich die Queds schnell in reißende Flüsse.
Der Wüstenboden sieht den Regen sehr selten und bildet eine schleimige Fläche.
Kommt doch mal Regen, fließen die Wassermassen schnell zu einem reißenden Fluss zusammen. Es gibt aber keine geregelten Flussbette, sondern das Wasser fließt in tausenden Rinnsalen zu einem Fluss zusammen.
Dabei überqueren diese Flüsse auch die Straßen, die dann für einen längeren Zeitraum unpassierbar werden.
Zu einer Marokko Reise gehört ein Naturerlebnis wie ein kräftiger Sandsturm einfach dazu. Gerade wenn man, wie wir schon mal in der Sahara weilen! Es sieht gigantisch aus - von weitem!!
Guelmim lassen wir hinter uns, fahren nach Süden Richtung Tan Tan und dann weiter nach El Ouadia ein Ort am Atlantik.
Auf unserer Fahrt und während einer Pause können wir uns über die "lebende" Wüste nach dem Regenwetter selbst überzeugen.
Überall grünt es und wir haben viele Wüstenpflanzen blühen gesehen. Auch ein seltenes Erlebnis.
Die grasgrüne Rucola Pflanze ein beliebter Salat haben wir in Mengen gesehen.
Die Temperaturen steigen in dieser Gegend auf über 30 Grad, als wir El Ouadia erreichen wirds wieder "kühler".
Als wir unsere Autos abstellen, gibt es auch noch Blitz und Donner.
27. Oktober
El Ouatia
Heute ist ein Ruhetag auf dem Campingplatz in El Ouatia.
Wir haben uns entschlossen in dem Souk einkaufen zu gehen. Clementinli, 2kg zu rund 60Rp. 1kg Bananen 80Rp. Der Souk ist jedesmal ein Abenteuer und es gibt immer viel zu sehen.
Da es zu Fuß zu weit ist, haben wir ein Sammeltaxi angehalten. Zwei quetschten sich zum Fahrer nach vorne und die andern auf die Pritsche nach hinten. Vom Souk retour ist es ein in die Jahre gekommenes Motorrad mit Pritsche für die Fahrgäste. Eine abenteuerliche Erfahrung aber es war lustig und alle hatten Spass.
Wieder sonnig und warm nach dem gestrigen Gewitter und so ist heute ein guter Tag für die Handwäsche, weil nicht auf jedem Camp eine Waschmaschine zur Verfügung steht.
Zum Abendessen setzen wir uns alle zusammen, die Reiseleitung brutzelt Spiessli für alle und jeder bringt die Beilagen selber mit - wir entschliessen uns für einen Kartoffelgratin - zum Glück habe ich mich mit dem Backofen durchgesetzt.
Der Abend klingt mit einem wunderschönen Sonnenuntergang aus.
28. Oktober
El Ouatia - Khinfiss Nationalpark
Unterwegs machen wir einen Fotostopp.
Wir stehen hoch oben an den Klippen und schauen in ein gigantisches Loch, dass der tosende Atlantik hier in ca. 20 Meter tiefe in die Steilküste gegraben hat. Ein unglaubliches Naturschauspiel!!
Der Khinfiss Nationalpark ist nicht mehr weit. Für den Stellplatz mit Blick auf die Lagune braucht es von der Nationalparkleitung eine Bewilligung die uns erlaubt direkt an der Klippe zu parkieren und die Nacht zu verbringen.
Wir unternehmen eine stündige Bootsfahrt und kommen den Flamingos recht nah. Wolfi kommt leider nicht mit, weil die Fahrt von Algeciras nach Ceuta noch in seinen Glieder steckt.
Wir übernachten hier und geniessen einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Der Khinfiss Nationalpark liegt im Südwesten von Marokko zwischen den Städten Tan-Tan und Tarfaya. Er grenzt an den Atlantik und die Westsahara. Feuchtgebiete sowie Wüstenregionen mit Salzpfannen und Dünen prägen das etwa 1.850 km² große Areal, das seit 2006 zu den marokkanischen Nationalparks gehört. Zum Areal des Nationalparks zählt auch die „Khinfiss“ Lagune, das größte marokkanische Feuchtgebiet in einer Wüstenregion. Durch den Park führt die marokkanische Nationalstraße 1 (N1), die die beiden Städte Dakhla und Tangier miteinander verbindet.
Groß lässt sich das marokkanische Khinfiss Nationalparks in den beiden Bereichen „Lagune und Feuchtgebiet“ sowie „Wüstenplateau“ unterteilen. Die Lagune gilt als bedeutende Vogelheimat in Marokko, ebenso wie die Lagune in Moulay Bousselham, die wir auch noch besuchen werden.
Die Flamingos, Korallenmöwe, die Marmelente sowie die Rostgans sind hier zu Hause. Zu den heimischen Vögeln kommen im Winter etwa 20.000 weitere Vögel, die an der Lagune überwintern. Aber natürlich findet man nicht nur Vögel im Nationalpark sondern Gazellen Arten, Schakale, Stachelschweine, Ginsterkatzen und Wüstenfüchse.
29. Oktober
Khinfiss - Laajoune
Wir starten gegen Laajoune in die Westsahara.
Ungern verlassen wir das Naturwunder im Khinfiss Nationalpark und fahren auf Wüstenwegen nach Laajoune der Provinzstadt. Eine der schönsten Städte in Marokko finden wir. Sehr gepflegt, reich an Blumen in allen Farben, Palmen säumen die Straßenränder - einfach eine Augenweide.
Unterwegs sehen wir viele Kamele und ein Stopp ist ein MUSS. Leider sind sie sehr scheu und laufen davon. Unterwegs sehen und fotografieren wir immer wieder Wüstenpflanzen
Unser Stellplatz ist leider ausserhalb und so beschliessen wir, morgens nochmals diese Stadt zu erkunden.
Wir durchfahren einige Polizeikontrollen, die aber mit der Hilfe vom marokkanischen Begleitern Idriss kurz und schmerzlos verlaufen.
Heute besitzt Laayoune ungefähr 130.000 Einwohner und ist das bedeutendste Handels- und Verwaltungszentrum der westlichen Sahara. Durch den großzügigen Ausbau sollte die Stadt stärker an Marokko gebunden werden.
Auch im Bereich des Tourismus ist einiges in Bewegung - es gibt hier einige fantastische Sandstrände. Der schönste ist der Laayoune Plage in Foum el Oued, dort wo unser heutiger Stellplatz sich befindet.
Bald stehen wir dort und stauen über den herrlichen Sandstrand und die Sonne verabschiedet sich wieder in den schönsten Farben!!
30. Oktober
Laayoune
Wir haben gestern Abend noch Taxen bestellt, um heute nach Laajoune zu fahren. Laajoune ist ja immerhin eine Provinzstadt und sehr schön.
Die Eingangsbereiche aller größeren Orte in Marokko sind aufwendig gestaltet, meistens mit riesigen Torbogen.
Wir sind in der Nähe vom Souk und stürzen uns ins Gewühle. Wolfi kauft Datteln, die wir vorher probieren dürfen. Hier bei den Lebensmitteln sind die Preise nicht verhandelbar. Fast haben wir uns in den schmalen Gassen verlaufen. Hühner werden frisch geschlachtet - kein schöner Anblick. Die Auswahl an Obst, Gemüse und Gewürze ist unbeschreiblich.
Ute und Andreas sind auch nicht abgeneigt, sich in der Mc Donalds Filiale zu verköstigen wir können nicht wiederstehen und haben Pommes mit Chicken Nuggets bestellt - köstlich .......
Nach der Ankunft in unseren Womos genießen wir die untergehende Sonne und das rauschende Meer.
Es gibt vorerst ein Abschied vom Meer - wir fahren ins Landesinnere.......