Marokko 24.11. - 30.11.


24. November


Marrakech - Taghazout

Wir verlassen diese pulsierende Metropole "Marrakech" und fahren Richtung Agadir.

Wir suchen einen schönen, sauberen Camp zum Überwintern.

Kurz vor Agadir in Ait Melloul entdecken wir ein Schild, dass auf einen Krokodilpark hinweist. Wir haben ja Zeit ....... und so entschliessen wir uns diesen zu besuchen - war eine tolle Idee !! Das riesige Krokodil am Eingang sieht schon gefürchig aus. Wir bezahlen 140 Dirham pPerson und sind gespannt was uns erwartet.

Eine riesige Anlage mit fliessenden Gewässern indenen sich diese Fiecher wohlfühlen. Wir erfahren, dass die Krokos 4 Monate nichts fressen und nur in der wärmenden Sonne liegen. Im Park tummeln sich auch noch grosse Echsen, riesige Schildkröten die sich beim Liebesakt aber nicht stören lassen. Wir setzen uns auf eine Bank und genehmigen uns eine Glace Magnum white. Im Labor sehen wir die frisch geschlüpften Krokodile und winzige Schildkrötenbabys. Der Park ist wunderschön mit großen Kakteen und fremdländischen Bäumen und Sträucher bepflanzt - eine Augenweide.

Nun wird es für uns aber Zeit ein Camp zu suchen wo wir übernachten. Oberhalb des Atlantik finden wir den Camp "Terre d" Ocean "in Taghazout, aber mit unseren Velos kann man keine Touren von hier aus unternehmen. Leider hat die Suche noch kein Ende - also fahren wir morgen weiter.

25. November


Taghazout - Essaouira


Heute Weiterfahrt auf der Autobahn Richtung Norden . Wir verlassen die Autobahn und fahren nun auf der Landstrasse weiter. Wir verfahren uns und streifen eine armselige Siedlung mit viel Müll und verfallenen Häuser, die notdürftig mit verschiedenen Materialien repariert werden. Kein schöner Anblick - verwahrloste Pferde, die an Plastiksäcken knappern und jedemenge streunende Hunde.

Möchte gerne nochmals nach Essaouira in die Medina, die mir so gut gefallen hat. Leider war der Camp schon von einer Reisegruppe bis auf den letzten Platz besetzt. Es wird schon dunkel und so bleibt uns nichts anderes übrig als frei zu stehen. In Marokko sollte man nie nachts weiterfahren.

Bei einer Garage tanken wir auf und fragen, ob wir hier übernachten können. Man weist uns in der hintersten Ecke einen Platz zu - und wir fühlen uns recht sicher.

Noch einen Kaffee und ab in die Heija

 26. November


Essaouira - El Jadida


Wir werden von dem Lastwagen der letzte Nacht noch neben uns geparkt hat wach. Nach einem ausgiebigen zMorge fahren wir auch los. Es beginnt zu regnen.

Ziel heute El Jadida.

Wir fahren keine Autobahn sondern nehmen die Überlandstraße durch ärmliche und sehr zugemüllte Dörfer. Das Tierelend von Eseln, Pferden und Hunde ist unermesslich und allgegenwärtig. Ich sah die ganze Reise noch nie so viele tote Hunde neben der Strasse liegen. Ein Pferd, unterernährt, ist vor unseren Augen am Wagen, der viel zu schwer beladen war zusammengebrochen. Esel werden mit Stöcken traktiert. Die Tiere erfahren keinen Respekt.

Nun ist es genug !!! Wir sehnen uns wieder nach Europa - obwohl das Tier in Spanien auch nicht mehr Anerkennung bekommt.

In einem Dörfchen sehen wir grosse Berge von Oliven die verarbeitet werden. Wir wollen mehr wissen und schauen nach. Freundlich winkt man uns herein.. Zwischen grossen Mahlsteinen werden die Oliven zu Mus verquetscht und dann ausgepresst, den Trester eine braun-schwarze Masse wird neben dem Haus entsorgt - spannend.


Wolfi .... in Gedanken versunken auf dem Gaspedal übersieht eine 60iger Tafel innerorts und wird von der Polizei mit Laser geblitzt und kurze Zeit später angehalten. Ausweis, div. Papiere vorzeigen. Die Busse beträgt 150 Dirhamm (15 Euro) für 12 Std./km zu schnell - innerorts !! Die Polizisten sind sehr freundlich und wollen wissen, warum wir als Schweizer nicht Französisch sprechen .... tja .........englisch konnte er nicht und so haben wir uns mit Händen und "Füssen" verständigt.

Trotz der Müdigkeit von der anstrengenden Fahrt sind wir auf dem Boulevard von El Jadida in den Souk gelaufen.

27. November


El Jadida - Moulay Bousselham


El Jadida nach Moulay Bousselham 380km.

Bei strahlendem Sonnenschein gehts weiter. Vor der Abfahrt werden die Tiere gefüttert, hier waren es Katzen.

Die Fahrt auf der Autobahn Richtung Norden ist angenehm, die Landschaft zeigt sich im satten grün, man merkt, dass es auch hier viel geregnet hat. Tomatenfelder, Bananeplantagen die mit Plastikfolie überdeckt sind; (nehme an, dass diese hier das erste mal gespritzt werden)Hier wird noch landwirtschaft zum Teil mit Pferd und Pflug betrieben. Im Norden sind grosse Erdbeerfelder leider ist die Saison vorbei ......

Bei einem Bild seht ihr eine Kuh und ein weisser Vogel - diese Gemeinschaft habe ich auf der ganzen Marokkoreise beobachtet. Sie haben eine win-win Situation; der Vogel befreit (hier auf dem Bild ist es eine Kuh, habe aber die gleiche Situation schon mit Pferden und Eseln gesehen)die Kuh von Zecken, Mücken und sonstigen Parasiten - sein Tisch ist reichlich gedeckt...

Jugentliche überqueren die Autobahn. Schilder in Berberschrift (Kreise, Dreiecke etc.)

Der  Camp in Moulay Bousselham liegt an einer Lagune und wäre eigentlich sehr schön gelegen nur die sanitären Anlagen sind in die Jahre gekommen und nichts wird repariert - unbegreiflich .... Wir entschliessen uns für eine Nacht zu bleiben und fahren morgen weiter.

28. November


Moulay Bousselham - Asilah

Von Moulay Bousselham gehts weiter nach Asilah.

Autobahnfahrt - wir staunen, diese Strecke könnte auch irgendwo in der Schweiz sein. Links und rechts wird Landwirtschaft betrieben, grüne Wiesen, ein paar Kühe die grasen und vorallem sauber ..... aber leider nur dort wo keine Bevölkerung wohnt. An der Strasse werden Orangen  verkauft 10 kg für 6 Euro - wir greifen zu.

Wir finden den Camp schnell und richten uns gemütlich ein, Stühle raus, kurze Hosen montieren, Sonne geniessen usw.

Gegen Abend schauen wir uns den Hafen an. Die Medina besichtigen wir morgen.


29. November


Asilah


wir legen einen Ruhetag ein und schlendern gegen Abend gemütlich in die Altstadt. 

Die Sonne geht langsam unter und wir knipsen von der Hafenmauer aus schöne Bilder. In der Medina sind die engen Gassen beleuchtet und die Geschäfte haben die Waren draussen ausgelegt. Ich sehe feine Lederschuhe die ich mit geschicktem Handeln für 140 Dirham erhalte.

Es wird kühl und der Weg zieht sich ins Camp zurück.

30. November


Asilah - Ceuta - Algeciras


Von Asilah zur Fähre nach Ceuta.

Wir sind jetzt 56 Tage in Marokko - heute fahren wir zurück nach Algeciras. Die Zollformalitäten sind in Marokko schnell erledigt - ca. eine Stunde Wartezeit. Alle Papiere liegen bereit und wir dürfen in Ceuta im Hafen einfahren.

Kurz nach dem marokkanischen Zoll hören wir ein klappern und stellten fest, dass wir im Reifen eine dicke Schraube eingefangen haben......

5000km Marokko und alles reibungslos verlaufen - und jetzt das, kurz vor dem Hafen ..... unsere Fähre fährt um 13:00 Uhr los. Wir suchen verzweifelt eine Garage - eine Garage hat von 12 Uhr bis 16 Uhr Mittagspause, die nächsten repariert keine Womos usw. Wolfi entscheidet nach der dritten Garage, ohne den Reifen zu reparieren, der bis jetzt nur wenig Luft verloren hat in Algeciras zu reparieren.

Schnell an den Hafen, Fährticket lösen und weiter zum Schiff. Fünf Minuten später legte das Schiff ab. Eine rassante Überfahrt aus dem wolkenverhangenem Marokko in ein strahlendblaues warmes Spanien. Kurz vor dem Hafen in Algeciras taucht auf der rechten Seite der gewaltigen Felsen von Gibraltar auf.

Wir freuen uns auf Spanien.

Erstmal den Reifen reparieren - die Luft im Reifen hält nicht ewig. Wolfi navigiert und ich fahre durch den Abendverkehr von Algeciras. In der dritten Garage wird der Reifen in 5 Min. geflickt - suuupper !!

Nun noch über den Hügel nach Tarifa auf den Camp "Rio Jara". Wir können unsere eingestellten Fahrräder wieder entgegen nehmen.

Am nächsten Tag kommen auch Jochen, Ingrid, Ute, Andreas, Harald und Anne und es gibt noch ein gemütliches Beisammen - natürlich mit Kuchen.

Wir bleiben bis am 3. Dezember hier und wechseln dann kurz den Camp nach La Linea 47km um meine Schilddrüsenwerte in einem Labor zu kontrollieren.

Bei der Rückfahrt entscheiden wir uns im Camp Valdevaqueros in Tarifa bis Ende Dezember zu bleiben.


Gedanken zu Marokko:

Marokko ist landschaftlich sehenswert, die Leute sind überaus freundlich und hilfsbereit. Es ist problemlos alleine zu reisen. Internet günstig aber langsam, Diesel 1 Fr./Liter. Eine Gasflaschenfüllung bekamen wir für Fr. 4,50

Verständigung: viele Marokkaner sprechen gut französisch, mit englisch wird es schwierig.

Gemüse und Früchte sind frisch, ausgereift und für ein paar Rp. zu haben. (Festpreise)

Leider sind viele Campingplätze, sowie sanitären Anlagen in schlechtem Zustand. Was uns aber überaus gestört hat - überall wo Menschen wohnen ist endloser Müll; Plastik und Abfall jeglicher Art wird in der Natur entsorgt - eine Schande und für uns Schweizer undenkbar.

Schön, dass ihr uns auf der Reise durch Marroko begleitet habt!